Die SZENARIO in Hackenheim ist für mich Anfang des Jahres seit Ewigkeiten ein Pflichttermin. Die familiäre Con entwickelt sich zunehmend zu einem Besuchermagneten – so stark, dass die Organisatoren seit einigen Jahren versuchen, die wachsende Nachfrage durch eine Besucheranmeldung im Zaum zu halten. Auch die Plätze für die Präsentationen sind begrenzt, sodass ich im letzten Jahr mit meiner Anmeldung zu spät dran war. Dieses Jahr hat es geklappt, und ich konnte Color&Line: Rebel Yell endlich am 10. und 11. Januar einem größeren Publikum präsentieren.
Seit Jahren geht hier der Trend fast zu 100 % in Richtung Skirmish-Games und historische Spielesysteme, die richtige Mengen an Miniaturen auf den Tisch bringen, sind eher zur Seltenheit geworden. Daher war ich mir ziemlich sicher, mit über 300 Miniaturen die meisten Figuren auf den Tisch zu bringen – bis dann Don mit einem Valour & Fortitude-Tisch kam (und ich mir nicht mehr ganz so sicher war).
Wir hatten bereits am Freitag aufgebaut, und ich war am Samstag pünktlich vor Ort. Ich war überrascht, dass ich bereits erwartet wurde. Ich halte den ACW in Deutschland immer noch eher für ein Nischenthema und war daher positiv überrascht, dass es doch viele Interessenten gab, die Lust auf das Thema hatten. Ich hatte im Vorfeld bereits das Regelwerk als gedrucktes Buch mitgebracht, dazu eine Quickreferenz mit Webzugang sowie Profilkarten für Einheiten und Offiziere. Ich habe lediglich eine Pause geschafft und bis zum Abend ein Testspiel nach dem anderen durchgeführt. Selbst gespielt habe ich nicht, da immer ausreichend Spieler vorhanden waren. Am Ende spielten wir noch eine Partie mit vier Mitspielern, 2 vs. 2, was ebenfalls sehr gut funktionierte.
Das Spiel kam bei allen gut an, was sehr schön festzustellen war. Die Spielmechanik lief flüssig, und FEUERN sowie NAHKAMPF funktionierten gut. Trotz identischer Truppenaufstellung zu Beginn des Spiels verliefen alle Partien sehr unterschiedlich. Durch die Verwendung der Offizierseigenschaften ergaben sich häufig Situationen, in denen sich das Blatt im Spiel spürbar wendete. Erstaunlich war zudem, dass die Spieler mithilfe der Quickreferenzen teilweise bereits selbstständig (ohne mich) spielen konnten.
Am Ende war ich natürlich neugierig auf konstruktive Kritik beziehungsweise Verbesserungsvorschläge, die noch vor der endgültigen Fertigstellung einfließen können. Tatsächlich wird es ein, zwei Punkte geben, die noch geändert oder hinzugefügt werden. Aber schauen wir mal, was die TACTICA bringt. Außerdem erhielt ich noch eine nette Einladung zur Ad Arma Convention am 9. Mai um dort auch Color&Line: Rebel Yell zu präsentieren. Und hier beschreibt Koppi (thrifles) seine ersten Eindrücke. Vielen Dank an alle.
Auch die Eintragungen in meinen Newsletter haben sich nach der SZENARIO verdoppelt. Das war ebenfalls sehr schön zu sehen.